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Bundesdelegiertenversammlung des VCD

Verkehr ist blinder Fleck in der Klimaschutzpolitik –
Göttinger VCD-Delegierte fordern verbindliche CO2-Reduktionsziele

Die Bundesdelegiertenversammlung des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD) fordert die Bundesregierung in einer Resolution auf, sich in Deutschland, in der EU und international für mehr Klimaschutz im Verkehr einzusetzen.

Die Göttinger Delegierten Isabel und Martin Mützel und Julian Ladisch haben sich für diese Resultion eingesetzt. Am Wochenende tagten in Köln rund 100 Vertreterinnern und Vertreter des VCD auf ihrer jährlichen Bundesdelegiertenversammlung.

Die Bundesregierung müsse ein verbindliches CO2-Reduktionsziel auch im Verkehr von minus 40 Prozent bis 2020 und minus 80 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990 beschließen und sich für dieses Ziel sowohl auf EU-Ebene als auch bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen einsetzen. Beim Post-Kyoto-Protokoll müssten – anders als in der Vergangenheit – auch alle klimaschädlichen Emissionen aus dem Flug- und Schiffsverkehr berücksichtigt werden.

Julian Ladisch, Vorsitzender des VCD-Kreisverbands Göttingen/Northeim: „Klimaschutz im Verkehr spielt für Schwarz-Gelb bisher keine Rolle. Im Koalitionsvertrag findet man vor allem Informationen darüber, was die Regierung nicht tun will. Ob Lkw-Maut oder CO2-Grenzwerte für Nutzfahrzeuge – Klimaschutzinstrumente sollen nur in dem Maße genutzt werden, wie sie kurzfristige Wirtschaftsinteressen nicht beeinträchtigen. Dem Tempolimit oder nationalen Alleingängen im Umweltschutz erteilt die neue Bundesregierung eine komplette Absage. Damit zeigt sie sich kurzsichtig. Sie setzt nicht nur das globale Klima aufs Spiel, sondern auch eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Nur wer heute in eine zukunftsfähige, klima- und umweltverträgliche Mobilität investiert, wird morgen auch noch Produkte herstellen können, die sich weltweit verkaufen lassen.”

Die Delegierten des VCD forderten die Bundesregierung auf, sofort eine Trendwende einzuleiten und ein Maßnahmenbündel für mehr Klimaschutz im Verkehr zu beschließen. Martin Mützel: „Dazu gehört die verstärkte Förderung von Bus und Bahn sowie des Radverkehrs und die Verkehrsverlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmittel unter anderem durch die Ausweitung der Lkw-Maut sowie die Verbesserung der Schieneninfrastruktur.” Als Beispiele nennt er die Ost-West-Bahnstrecken rund um den Harz und im Weserbergland. Auch müsse echte Kostenwahrheit im Verkehr für alle Verkehrsträger geschaffen, ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen sowie unter anderem eine Kerosinsteuer eingeführt werden. Dringend sei zudem eine Verschärfung der CO2-Grenzwerte für Pkw auf 80 Gramm pro Kilometer bis 2020 sowie die Einführung eines Limits von 175 Gramm CO2 für leichte Nutzfahrzeuge ab 2012.

Isabel Mützel betont: „In Deutschland trägt der Verkehr mit 20 Prozent zum gesamten Treibhausgas-Ausstoß bei. International drohen die dramatisch ansteigenden CO2-Emissionen aus dem Verkehr sogar andere erfolgreiche Maßnahmen im Klimaschutz wieder aufzufressen. Wir brauchen dringend einen Weckruf an alle Politiker über alle Parteigrenzen hinweg und hoffen, dass in Kopenhagen hierfür erste Weichen gestellt werden.”

Der VCD versteht sich als Umwelt- und Verbraucherverband für nachhaltige Mobilität. In seinem Engagement wird er bundesweit von 63000 Mitgliedern und Förderern unterstützt. Die Resolution der Bundesdelegierten zu mehr Klimaschutz im Verkehr finden Sie unter www.vcd.org/parteien.html

Pressemitteilung vom 17. November 2009