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Veröffentlicht am 24.11.2009


Bahnhof für Speckenbüttel?

Bremerhaven. Das Land Bremen strebt eine direkte Zugverbindung zwischen Bremerhaven und Hannover an und prüft eine Reaktivierung des 2001 geschlossenen Bahnhofs Speckenbüttel. Das geht aus dem Bahngipfel hervor, zu dem sich Vertreter der Deutsche Bahn-Regio AG, Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser, Nordwestbahn und des Verkehrssenators in der Volkshochschule getroffen haben.

VON DANIEL WEHNER

Das Land Bremen strebt eine direkte Zugverbindung zwischen Bremerhaven und Hannover an und prüft eine Reaktivierung des 2001 geschlossenen Bahnhofs Speckenbüttel. Das geht aus dem Bahngipfel hervor, zu dem sich Vertreter der Deutsche Bahn-Regio AG, Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser, Nordwestbahn und des Verkehrssenators in der Volkshochschule getroffen haben.

Ein Platz blieb dabei verwaist, der des Stadtvertreters: „Dr. Volker Gudehus hat kurzfristig schriftlich abgesagt. Ein Ersatz ist nicht gekommen“, teilte Moderator Jens Volkmann den rund 50 Zuschauern mit. Die von den Verbänden Verkehrsclub Deutschland und dem Nord-Süd-Forum ausgerichtete Veranstaltung begann daraufhin mit dem Thema Reaktivierung des Bahnhofs Speckenbüttel.

Christoph Lankowsky, Referatsleiter beim Verkehrssenator sprach von einer volkwirtschaftlichen Herangehensweise: „Wir werden abwägen, welches Fahrgastpotenzial der Bahnhof hat und welche Kosten mit einer Reaktivierung verbunden sind.“ Nach seiner Einschätzung liegen die Kosten für das Projekt bei mindestens zwei Millionen Euro. Anfang 2010 wird daher mit einer Machbarkeitsstudie begonnen, deren Ergebnis im Laufe des Jahres Grundlage für die Entscheidung sein wird.

Zu den Erfolgsaussichten auf einen Neubau sagt Lankowsky: „Aus unserer Sicht ist das nicht völlig abwegig. Mehr Zugangsstellen sind immer attraktiv.“ Darüber hinaus äußerte er sich zu einer durchgängigen Zugverbindung von der Seestadt nach Hannover: „Wir prüfen diese Verbindung. Es ist ein mögliches Modell, das ab Ende 2012 Verkehre in Betrieb genommen werden, die alle zwei Stunden nach Hannover und alle zwei Stunden nach Osnabrück fahren.“

Neben Lankowsky waren vor allem die Vertreter der Nordwestbahn, Gert Meenken und Falko Lüders-Kubersky, gefragt. Welche Angebotsverbesserungen bringt die im Dezember 2010 startende Regio-S-Bahn für die Seestadt? Wo entsteht das neue Servicezentrum der Nordwestbahn? Über welche Kapazitäten verfügen die für den Einsatz in der Region vorgesehenen Fahrzeuge der Nordwestbahn?

Das wollten die Zuschauer wissen. Doch Lüders-Kubersky machte deutlich: „Wir sind noch nicht so weit, dass wir das präsentieren können, was sie von uns verlangen.“

Und Meenken ergänzte, dass er aus vertraglichen Gründen nicht auf Details wie die Fahrzeug-Kapazitäten eingehen könne. Als das Publikum zum Abschluss der Expertenrunde Fragen stellen durfte, nannte Zuschauer Axel Volkmann die Präsentation der Nordwestbahn-Vertreter eine „Mauer des Schweigens“. Auch Lankowsky äußerte sich nicht näher zu Details und verwies auf laufende Verhandlungen mit der Nordwestbahn.


Quelle: Nordsee-Zeitung