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Pressemitteilung VCD Bremerhaven 26.06.2015

VCD Kreisverband Bremerhaven - Nord-Süd-Forum Bremerhaven

BUND Unterweser - ADFC Kreisverband Bremerhaven

Gemeinsame Pressemitteilung

SPD und CDU wollen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zurücknehmen

VCD, ADFC, BUND und Nord-Süd-Forum reagieren mit scharfer Kritik:

"Sollen Kinder wieder leichter überfahren werden können?"

"Wir brauchen nicht weniger Tempo 30, sondern mehr!"

26.06.2015

Bremerhaven. Die Umwelt- und Verkehrsverbände Verkehrsclub Deutschland (VCD), Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Nord-Süd-Forum Bremerhaven reagieren mit Fassungslosigkeit und scharfer Kritik auf das Vorhaben von SPD und CDU, die verkehrssichernden Maßnahmen in der Rheinstraße, der Georg-Seebeck-Straße und An der Mühle wieder zurückdrehen zu wollen.

"Wollen SPD und CDU allen Ernstes in Kauf nehmen, dass Kinder wieder leichter überfahren werden können?" Diese Frage richten die Vorsitzenden der vier Verbände an die Vertreter der neuen Koalition mit Blick auf die möglichen Folgen einer Beschleunigung des Autoverkehrs.

"Die Einführung von Tempo 30 in den drei in Rede stehenden Straßen war ein zivilisatorischer Fortschritt für Bremerhaven", sagt Jens Volkmann vom VCD Bremerhaven. "In den drei Straßenzügen mit verdichteter Wohnbebauung können Eltern mit ihren Kindern jetzt endlich wieder sicherer unterwegs sein, wo bisher das Recht des Stärkeren galt. Das zurückdrehen zu wollen ist ein Angriff auf die Lebensqualität und die Sicherheit der dort lebenden Bürger."

Für Mark Ella, Vorsitzender des ADFC Bremerhaven, steht die Sicherheit der Menschen ebenfalls im Vordergrund: "Kommt es zu einem Zusammenprall eines ungeschützten Verkehrsteilnehmers mit einem Auto, sind die Überlebenschancen dieser Person bei Tempo 30 mit 70 bis 80 Prozent wesentlich höher, als bei einem Zusammenstoß mit Tempo 50. Bei dieser Geschwindigkeit sterben acht von zehn Menschen. Wollen die Koalitionäre schnelles Autofahren wirklich höher gewichten als die Unversehrtheit unserer Bürger?"

"Der oft nur minimale Zeitgewinn für Autofahrer wird mit einer Dauerbelastung der Anwohner, mit erhöhtem Verkehrslärm und mit einer höheren Unfallgefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer erkauft", kritisiert auch Manuela Gusky, Vorsitzende des BUND Unterweser, die SPD/CDU-Pläne. "In Bremen sieht der Verkehrsentwicklungsplan 2025 eine Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie des Öffentlichen Verkehrs bei gleichzeitiger Reduktion des Autoverkehrs als einzige zukunftsfähige Lösung vor. Mit dieser Konzeption hat Bremen den EU-Preis für nachhaltige Verkehrsentwicklung, den Sustainable Urban Mobility Plan-Award, gewonnen. Um die Lebensqualität in Bremerhaven dauerhaft zu sichern, wäre die Große Koalition gut beraten, ähnliche Verkehrskonzepte zum Wohle der Bremerhavener Bevölkerung zu verfolgen."

"Wir brauchen nicht weniger Tempo 30, sondern mehr", betont Iris Ruschmeyer, Vorsitzende des Nord-Süd-Forum Bremerhaven. "In der Langen Straße und in der Nordstraße lässt sich jeden Tag erleben, wie durch die beengten Platzverhältnisse  und die oft viel zu schnell fahrenden Autofahrer besonders Kinder und ältere Menschen gefährdet werden. Auch hier ist hier eine Temporeduktion dringend geboten."

 

Für Rückfragen:

Jens Volkmann (VCD)

Tel. 0170 5971160

Mark Ella (ADFC)

Tel. 0173 / 7 75 00 17

Manuela Gusky (BUND)

Tel. 0471 / 50 35 60

Iris Ruschmeyer (Nord-Süd-Forum)

Tel. 0471 / 5 01 00 94