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Pressemitteilung VCD Bremerhaven 01.09.2015

VCD Kreisverband Bremerhaven

VCD fordert attraktiveres Bussystem für Bremerhaven

"Öfter, vernetzter, übersichtlicher"

Tagsüber im 10-Minuten-Takt, abends alle 15 Minuten, Verknüpfung an fünf Bahnhöfen, Übersichtliche Linienstruktur

01.09.2015

Bremerhaven. Der ökologische Verkehrsclub VCD plädiert für ein deutlich verbessertes Bussystem in Bremerhaven. „Öfter, vernetzter, übersichtlicher“, so lautet das Motto des Verbandes für einen attraktiveren ÖPNV in der Seestadt. Das Ziel: mehr Fahrgäste für den Öffentlichen Verkehr, weniger Autoverkehr. Das derzeitige Angebot sei einfach viel zu kümmerlich, um das zu erreichen. Insbesondere am Abend und an den Wochenenden.

 

Verdichtetes Angebot

 

„Kernbestandteil des neuen Bussystems ist Einführung eines verdichteten Angebots auf potenziell nachfragestarken Linienabschnitten“, so Jens Volkmann, Vorsitzender des VCD Bremerhaven. „Auf drei Achsen, die den Großteil des Stadtgebietes abdecken, wird montags bis samstags künftig im 10-Minuten-Takt gefahren. Und auch Abends bis 23.00 Uhr soll der Takt spürbar besser werden: alle 15 Minuten statt nur halbstündlich sollen die Busse hier verkehren. An Sonntagen wird auf diesen Abschnitten durchgehend im 15-Minuten-Takt gefahren."

 

Konkret betrifft das die Abschnitte

Das Konzept ermöglicht im Kernabschnitt zwischen Lehe, Mitte und Hauptbahnhof durch eine Linienüberlagerung einen 5-Minuten-Takt. Die das Netz ergänzenden Erschließungslinien verkehren in der Regel im 20-Minuten-Takt, was zum Beispiel für das Schierholz-Gebiet oder Spaden ebenfalls eine Angebotsverbesserung bedeutet.

 

Vernetzung Bus / Eisenbahn

 

Eine weitere wichtige Komponente ist die deutlich bessere Vernetzung des Bussystems mit der Eisenbahn. „Wir wollen, dass die Kunden bestmöglich zwischen Bahn und Bus umsteigen können. Ein Projekt mit größter Netzwirkung hat der zu reaktivierende Haltepunkt Speckenbüttel“, sagt Volkmann. „Er ermöglicht die Erschließung der nördlichen Stadtteile inklusive Langen und bietet kurze Umsteigewege für alle, die mit dem Öffentlichen Verkehr unterwegs sind.“

 

Auch im nordwestlichen Endpunkt des VGB-Liniennetzes sollen Bus und Bahn verknüpft werden. „Über einen reaktivierten Haltepunkt Imsum könnten sich beide Systeme attraktiv ergänzen und auch in diesem Bereich die Abhängigkeit vom Auto weiter verringern“, ist Volkmann überzeugt.

 

Am Bahnhof Wulsdorf ist die Heranführung der Bushaltestelle in die Nähe des Bahnsteiges erforderlich. Dann wäre auch hier wie an allen anderen vier Bahnhöfen ein attraktiver Übergang auf die Bahn sichergestellt. 

 

Übersichtliche Linienstruktur

 

Der neue Systemtakt ermöglicht auch eine übersichtlichere Linienstruktur. So werden nach dem Plan des VCD beispielsweise in der Innenstadt nur noch vier statt der heute sieben Linien verkehren. „In einem gut merkbaren Takt und auch am Samstagnachmittag und in den Abendstunden ausreichend oft“, wirbt Volkmann für das VCD-Konzept.

 

Vorlaufstufe für neue Straßenbahn

 

Grundsätzlich sieht der VCD das verbesserte Bussystem als Vorlaufstufe für eine neue Straßenbahn. „Die für den 10-Minuten-Takt vorgesehenen Achsen sind die Korridore, die für eine Umstellung auf die Schiene infrage kommen. Wir müssen aber schon heute anfangen, den ÖPNV als Alternative zum Auto weiterzuentwickeln. Der neue Takt und die konsequente Vernetzung an fünf Bahnhöfen sind dafür der notwendige Einstieg“, betont Volkmann. 

 

Finanzierung durch mehr Fahrgäste und Abbau der Subventionen für den Autoverkehr

 

Der finanzielle Mehraufwand soll zum einen durch die zu erwartenden neuen Fahrgäste getragen werden. „Das System ist nicht statisch. Ein besseres Angebot bedeutet mehr Fahrgäste und damit auch mehr Einnahmen für die VGB“, betont Volkmann. „Und das Mehr an Kunden für den ÖPNV steht ja im Zentrum des Vorhabens." 

 

Zum anderen müsse die Stadt aber auch die Subventionen für den Autoverkehr kritisch hinterfragen. So werde allein der Betrieb des Parkhauses unter dem Klimahaus mit 1,86 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt bezuschusst. Volkmann: „Man subventioniert eine Unzahl an Parkplätzen in der Innenstadt, während der Öffentliche Verkehr mit immer weniger Zuschüssen auskommen muss. Mit der Folge, dass das Fahrtenangebot heute viel zu dünn ist. Das passt in keiner Weise zu dem Anspruch, Bremerhaven als Klimastadt zu positionieren.“

 

Übersichtsplan des Busnetzes als PDF-Datei

 

Für Rückfragen:

Jens Volkmann (VCD)

Tel. 0170 5971160