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Radverkehr in Braunschweig

Auch wenn Braunschweig Anfang 2013 bei den Verbesserungen im Radverkehr einen guten Platz im Städtevergleich erreicht hat: Der Trend ist richtig, gut sind die Bedingungen aber noch lange nicht. Immer noch genießt das Auto die höchste Priorität, der Radverkehr scheint oft nicht ernst genommen zu werden.

Charakteristisch ist die inkonsequente Radverkehrsführung, und die oftmals gegen Recht und Richtlinien ausgewiesenen Radverkehrsanlagen. Eine umfangreiche Studie dazu wurde auf der Jahreshauptversammlung 2010 erstmals vorgestellt.

Fazit: Es muss noch viel nachgeholt werden, bis man auch in Braunschweig sagen kann, das Fahrrad sei als vollwertiges Verkehrsmittel anerkannt.

Im April 2013 wurde ein Gerichtsentscheid getroffen, als Abschluss eines Rechtsstreites gegen die Stadt Braunschweig zu diesem Thema.
Kurz zusammengefasst:
- Aus dem Urteil wird ersichtlich welche Untätigkeit und Irrungen sich die Stadt geleistet hat.
- Die Argumentationslinie des Klägers wird hervorragend wiedergegeben.
- Die Rechte der Fußgänger werden explizit gemacht. 2,0 Meter Gehwege am Ring sind damit ein Unding - insbesondere wegen der Art der Nutzung/Bebauung. Auf die EFA 2002 wird explizit verwiesen!
- 30cm mehr für Radfahrer wegen Anhängern & Co. - wobei die ERA aber nicht zur Grundlage erklärt wird und oft mit den unsäglich und eher unklar definierten "lichten Breiten" argumentiert wird.
- 75cm Abstand zu parkenden PKW muss sein - ggf. müssen die Parkplätze zu Gunsten des Rad- und Gehweges weichen.
- Radwegebreiten haben sich an Verkehrsstärken zu orientieren.
- Gefahren von Kreuzungen und Einmündungen sind explizit zu berücksichtigen.

Leider finden sich u.E. auch viele Weichmacher und einige logisch-kausale Widersprüche in dem Urteil.

Gerade aber der explizite Verweis auf die EFA 2002 (Gehwege) und die Abstände zu parkenden Kfz vom min. 75cm bedingen, das der aktuelle Zustand so nicht beibehalten werden kann. Dies bedingt in Konsequenz massive und teure Umbauten am Ring mit weitem Entfall von Kfz-Parkplätzen - oder alternativ die kostengünstige Möglichkeit die Benutzungspflicht fallen zu lassen.

Für nicht-Fachleute:
EFA: Empfehlungen für Fußgänger-Verkehrsanlagen
ERA: Empfehlungen für Radverkehrsanlagen